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  • Frankreich Reise Tag 5: Offroad in den Cevennen mit Folgen

    Frankreich Reise Tag 5: Offroad in den Cevennen mit Folgen

    09.07.2015

    Der heutige Tag war so heftig, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Die Nacht war nicht so erholsam, es wurde doch ziemlich frisch. Es hat die ganze Nacht stark gewindet, dass sich zwei Haken vom Oberzelt gelöst hatten. Zum Glück ist es bei zwei geblieben und das Oberzelt ist nicht weggeflogen.

    Gegen 08.00 Uhr konnte es weitergehen. Es ging gerade da weiter wo es am Vortrag aufgehört hat. Klasse Landschaft, Klasse Kurven, Klasse Asphalt und alles mit kaum Verkehr. Alles läuft also wie bisher und ich hatte Spaß daran Kurve für Kurve abzufahren und die Natur zu genießen. Auch diesen Tourabschnitt hatte ich mir von der Touratech Website besorgt. Diese war in vier Etappen aufgeteilt und ich war bei Etappe 2.

    Plötzlich wurden die Straßen immer enger und steiler. Im Prinzip war ich gefühlt alleine unterwegs.

    Alleine auf der Straßen
    Alleine auf der Straßen

    Ich musste auch feststellen, dass einige Offroad Passagen wohl mit auf der Route war. Na gut, hatte eigentlich damit nicht gerechnet, aber vermutlich musste das für Touratech sein. Ich hab es durchgezogen und es klappte ohne Probleme mit Ausnahme von einem harmlosen Ausrutscher auf einem Stein, in Rumänien konnte ich ja einiges an Offroad Erfahrungen sammeln.

    Der erste Sturz in den Cevennen
    Der erste Sturz in den Cevennen

    Doch plötzliche wurde es ganz sandig. Das war nichts für die Metzeler Tourance Next und ich versuchte mich langsam durchzuarbeiten. Dann bin ich an einer riesen Plugmaschine vorbeigefahren und der Mitarbeiter schaute ganz verdutzt. Hier soll wohl bald eine Straße entstehen… Es fühlte sich mit der Dicken an, als würde man durch die Gegend schwimmen. Im Stehen kann man es einigermaßen ausbalancieren, aber ich musste mich extrem konzentrieren.

    Kurz hatte ich nicht aufgepasst und ich stürzte in das Gemisch aus Sand und Steinen. Das war bis dahin kein Problem, denn ich bin ja weich gefallen und die GS hatte keinen Kratzer abbekommen.

    Sandige Landung in den Cevennen
    Sandige Landung in den Cevennen

    Das Aufstellen auf sandigen Boden war ein richtiger Kraftakt!

    Sandige Landung in den Cevennen
    Sandige Landung in den Cevennen

    Ich fuhr langsam weiter. Circa 1 Km ging es weiter auf weichem Untergrund, bis ich zu einer Kreuzung kam. Links wieder weicher Untergrund, rechts feste Schotterpiste. Ich entschied mich rechts zu fahren, da zudem Touratech auch diese Strecke abgefahren ist. Das hätte ich im Nachhinein mal lieber gut sein lassen und meine Maschine wäre heile geblieben. Es wurde immer felsiger und steiniger. Viele Steine waren lose und zudem riesengroß. Es waren riesen Löcher und Furchen dort, die das durchfahren ziemlich erschwert hatten. Dennoch bin ich eigentlich gut durchgekommen mit hoher Konzentration. Doch dann machte einmal meine Balance schlapp, da irgendwie die Beine nicht mehr wollten und ich stürze ins Gebüsch. Die GS lag dann in eine Furche und es war für mich nahezu unmöglich die GS wieder aufzuheben.

    Steiniger Untergrund in den Cevennen
    Steiniger Untergrund in den Cevennen

    Ich habe einfach alles probiert, bis hin mit den bloßen Händen den Untergrund abtragen, damit der Niveauunterschied nicht mehr so groß war. Auch ohne Koffer, keine Chance!

    https://youtu.be/NDjLqqkKsS8

    Eine Stunde hatte ich mich abgekämpft und es kam langsam bei nahezu 30° Verzweiflung auf. Ich machte erst einmal eine Pause im Schatten und trank locker einen Liter auf einmal weg. Mein Herz war nur am Pumpen und die Beine hatten vom Motorrad nach oben pressen keine Kraft mehr. Nach paar Minuten konnte ich meine Gedanken wieder klar fassen. Es war aussichtslos da alleine rauszukommen, ich machte mich also bergab, denn ich war ja nur noch 50m von der normalen Straße entfernt!

    Ich setzte mich dort hin und wartete eine Weile. Leider tauchte niemand auf und das nächste Dorf ist aus der Sicht weit weg, dachte ich zumindest. Ich bin also wieder hoch zur GS. Nun ja, da lag sie natürlich immer noch. Schade, dachte ich mir und packte alles in die Koffer und nahm nur meine Jacke und Helm mit und machte mich auf den Weg zu dem Mitarbeiter, der den Boden so aufgelockert hat. Vielleicht hätte er denn Lust gehabt mir zu helfen. Ich hörte zumindest noch seine Maschine. Ich brauchte circa 20 Min bis nach oben wo sich die zwei Offroadstrecken kreuzen.

    Als ich oben war, dachte ich mir dann warum habe ich denn einen Schutzbrief bei der Versicherung und nutze ihn nicht einfach mal? Versicherungskarte und iPhone raus und Nummer eingetippt. Dann kam eine französische Stimme. Ich glaubte zu verstehen, dass Sie mir sagen wollte die Nummer sei nicht zu erreichen oder was weiß ich. Okay, es gibt noch eine Nummer fürs Ausland. Bei dieser kam, aber leider die selbe Ansage.

    Leicht verärgert wollte ich schon zum Plug hochlaufen, aber das waren sicherlich noch weitere hunderte von Meter und ich war total erschöpft. Ich schaute mal in die andere Richtung und sah ein Schild, war da tatsächlich ein Ort? Auf dem Navi war nichts zu erkennen (Detailsstufe zu niedrig). Ich machte mich also dorthin auf in der Hoffnung starke Männer zu finden, die gerade nichts zu tun hatten.

    Ich traf nicht auf starke Männer, aber auf eine ältere Dame vor einer Kirche. Sie konnte natürlich kein Englisch oder Deutsch. Ich versuchte es zwar mit dem Wörterbuch und wilden erschöpften Gesten, aber sie hatte nicht ganz verstanden was ich will. Sie kannte aber jemand der Englisch kann, und das war meine Rettung. Sie hatte mich also dorthin gebracht und ich erklärte der Madame mein Problem. Sie meinte nur im Dorf seien nicht viele Männer grad, aber Sie schaut mal. Sie ist kurz ins Haus gegangen und plötzlich spurteten drei Männer raus. Wau!

    Einer von den Männern konnte sogar Englisch und ich habe das Ganze nochmal erläutert, dieser hatte es dann auf Französisch den Anderen erklärt. Wir liefen also eine ganze Weile wieder in den Wald, wo wir dann die GS liegend fanden.

    Die Burschen staunten auch nicht schlecht was ich da fabriziert hatte. Nun gut, wir packten die GS zu viert an und sie war dann gleich wieder auf den Beinen. Nun die Koffer wieder dran und es kann weiter gehen. Die letzten 50m waren echt krasse Single Trails, wo ich nicht gerade scharf darauf war. Aber die andere Option war, alles wieder nach oben zu fahren, was auch nicht erste Sahne war. Die Männer stützen mich und ich fuhr in Schritttempo nach unten. Die letzten Schreckensminuten waren nun auch ausgestanden und die GS parkte wieder auf Asphalt. Ich bedankte mich unheimlich bei den Franzosen, Sie waren so hilfsbereit und nett, ich war total gerührt.

    Nachdem wir uns verabschiedeten, saß ich mich erst mal ins Grüne und ließ alles erst einmal sacken. Die nächste Wasserflasche hatte ich geleert. Meine Lippen waren total trocken von dem ganzen Staub der aufgewirbelt wurde. Die Maschine war total eingestaubt und hat auf der rechten Seite ziemlich was abgekommen. Der Koffer hatten einige Erinnerung abgekommen und ließ sich nicht mehr ganz dicht schließen. Die Ventildeckelschrauben verlieren etwas Öl. Ansonsten lief die GS wie sonst und ich machte mich weiter auf mit dem Plan erst mal Offroadstraßen auszulassen.

    Used Look
    Used Look
    Used Look
    Used Look

    Eine Stunde später machte ich kurz eine Pause. Und ich glaubte es kaum, zum ersten Mal erwischt es meine linke Seite. Irgendwie hatte ich nicht aufgepasst und der Ständer war nicht richtig draußen und ich kippte die GS einfach nach Links. Echt peinlich. Ich hatte kein Bock alleine die GS zu heben und winkte ein Auto raus. Nach der Aktion war es Zeit sich um eine Übernachtung zu suchen. Doch es war noch einiges an Strecke dazwischen, irgendwie fand sich in direkter Nähe kein Campingplatz, ungewöhnlich für Frankreich. Aber in einer Stadt hatte ich dann einen gefunden und sogar mit vier Sterne für 16€. Dafür gab es dann einen Pool und WiFi inklusive.

    GPS Track

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  • Frankreich Reise Tag 4: Lavendel in der Provence

    Frankreich Reise Tag 4: Lavendel in der Provence

    08.07.2015

    Nachdem wir gestern noch bis spät in die Nacht am Strand waren, war das mit dem Aufstehen mal nicht ganz so einfach. Vor allem, wenn man mal nicht im Zelt schlafen muss.

    Aber dennoch bin ich um 07.00 Uhr aufgestanden, der Plan war es nicht in der prallen Hitze durch die Stadt zu fahren. Prinzipiell eine gute Idee, aber um 09.00 Uhr war es dennoch schon fast 30° und ich war kurz vor St. Tropez. Ich bin die Küste entlang gefahren und konnte tolle Fotos machen! Was ne Küste und überall sind kleine öffentliche Strandzugänge, die zum baden einladen.

    Beindruckend ist auch das rote Gestein das sich entlang der Küste zeigt.

    Entlang der Côte d’Azur Richtung St. Tropez
    Entlang der Côte d’Azur Richtung St. Tropez
    Entlang der Côte d’Azur Richtung St. Tropez
    Entlang der Côte d’Azur Richtung St. Tropez

    Nach St. Tropez geht es etwas in den Norden und somit etwas ins Hinterland, wo es etwas mehr Schatten durch die Bäume gab. Dort konnte ich wieder eine Pause machen und etwas abkühlen. Es ging durch enge Straßen und es war kaum Verkehr, so machte es Spaß auch wenn es so heiß war.

    Der nächste Zwischenstop war nähe Gordes eingeplant. Dort steht ein Kloster umgeben von Lavendelfelder – Abbaye Notre-Dame de Sénanque. Das Panorama ist atemberaubend.

    Abbaye Notre-Dame de Sénanque
    Abbaye Notre-Dame de Sénanque

    Lustigerweise waren dort ganz viele asiatische Touristen gewesen, vermutlich war das ein Highlight in einem bekannten Reiseführer. Ich parkte natürlich in erster Reihe und die Männer waren beeindruckt von der GS. Getraut hat sich aber keiner mich anzusprechen.

    Nach genug Fotos, ging es weiter Richtung Orange. Ich hatte mir noch GPX Daten von Touratech geholt. Eine Tour von Barcelona nach Orange, wobei ich den Track umgekehrt gefahren bin. Anstatt Barcelona wollte ich den Strand in Lloret de Mar anfahren. Die erste Etappe der Touratech Route fand ich nicht so spektakulär, aber dann… Kurven satt und die Straße, als wären diese erst frisch geteert worden und nahezu kein Vekehr.

    Im Parc National des Cévennes fahre ich den letzten Pass für diesen Tag. Die Fahrt war einfach klasse, kein Verkehr, breite Straßen, Kurve um Kurve.

    Parc National des Cévennes
    Parc National des Cévennes

    Was will mehr, aber dann war es genug und ich fahre den ersten Campingplatz den ich sehe an. 10,20€ lass ich hier liegen.

    Campingplatz im Parc National des Cévennes
    Campingplatz im Parc National des Cévennes

    Die gute Frau vom Campingplatz konnte leider kein Englisch. Ein anderer Campingbesucher konnte Französisch und Englisch und half mir aus. Er war mit seiner Freundin unterwegs zum Wandern.

    Später wurde ich auf Wein eingeladen, was ich gerne angenommen hatte. Die Frau kam aus Lettland und ihr Freund ist Franzose. Wir quatschten über alles mögliche, es hat echt viel Spaß gemacht sich unter verschiedenen Nationalitäten auszutauschen und der Abend verging schnell. Danach ging es ab ins Zelt, denn am nächsten Tag standen einige tolle Straßen auf dem Plan und das Wetter sollte laut Wetterbericht angeblich milder werden. Toi Toi Toi

    GPS Track

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  • Frankreich Reise Tag 3: Luxus-Stop in Cannes

    Frankreich Reise Tag 3: Luxus-Stop in Cannes

    07.07.2015

    Die Nacht war diesmal etwas kalt, daher bin ich früher aufgestanden und konnte bereits um 6.40 Uhr mich auf die Weiterfahrt machen. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch angenehme 17° die aber innerhalb einer Stunde auf über 20° schnell anstieg. Um die Uhrzeit konnte ich nahezu alleine die Pässe befahren und das bei angenehmer Temperatur, das war ein echter Genuss! Unter anderem bin ich den Col de la Cayolle gefahren.

    Col de la Cayolle Nordrampe
    Col de la Cayolle Nordrampe

     

    Laut Beschilderung wird in der Nähe die Tour de France am 22.07.2015 vorbeikommen. Die Auffahrt über die Nordrampe war richtig schön, lediglich einige enge Stellen gab es. Aber zu dieser Uhrzeit war das noch gar kein Problem und ich konnte ganz oben die frische Luft und Einsamkeit genießen.

    Col de la Cayolle
    Col de la Cayolle

    Weiter auf den Weg nach Menton konnte ich zahlreiche Pässe genießen. Unter anderem:

    • Col de Valberg
    • Col de la Couillole
    • Col Saint-Martin
    • Col de Turini 
    • Col de Castillon

    Unterwegs erlitt ich einen plötzlichen Schmerz im rechten Arm. Ich hielt sofort rechts an – mich hatte eine Biene in den Unterarm gestochen. Ich zog den Stachel raus und nach eine kurzen Pause fuhr ich weiter, aber mein Unterarm schwoll leider etwas an.

    Als ich in Menton angekommen war, waren es wieder 32°. Ich entschloss mich spontan wie viele anderen auch im T-Shirt weiterzufahren. Das war verdammt luftig und so konnte man die Hitze einigermaßen ertragen. Ich fuhr dann also die Küste entlang Richtung Monaco. Das Tagesziel war ja Cannes… Durch Monaco ist man schnell durch und dann war ich auch schon in Nizza. In der Innenstadt von Nizza war viel Verkehr und die Temperatur machte mir echt zu schaffen, dann habe ich mich auch noch ausgerechnet verfahren in der Stadt und die Einbahnstraßen machten es mir nicht einfach einen Weg durch Nizza zu finden. Aber irgendwann habe ich es doch geschafft und ich war nun auf dem direkten Weg nach Cannes.

    Auf einem Ausblickspunkt machte ich eine kurze Fotopause, das war auch die Einzige. Bei der Hitze wollte ich einfach nur ankommen.

    Côte d’Azur
    Côte d’Azur
    Côte d’Azur
    Côte d’Azur

    Ich habe gefühlt eine Ewigkeit nach Cannes gebraucht, die Straßen waren sehr voll und mit der Dicken wollte ich mich nicht immer vorbeitrauen, wie die Franzosen es mit ihren Rollern taten.

    Dann war es endlich soweit! Mit einem krassen Sonnenbrand auf den Oberarmen fand ich kurz nach 15.00 Uhr das Hotel. Das InterContinental Carlton direkt an der Bucht. Mein Cousin habe ich auch gleich entdeckt und ich konnte das Zimmer beziehen. Besser konnte ich nicht schlafen. Die GS bleibt vor der Haustüre stehen, wobei es mich stutzig gemacht hat, dass nahezu alle Motorräder angekettet waren. Aber die Dicke kriegt man ja nicht so leicht vom Fleck.

    Nachdem ich kurz geduscht hatte, machten wir uns direkt an den Public Beach und es ging ab ins Wasser. Es war einfach herrlich nach der schweißtreibenden Fahrt jetzt im warmen Wasser sich treiben zu lassen.

    Bucht von Cannes
    Bucht von Cannes

    Zum Abendessen fuhren wir in das Hinterland von Cannes und fanden sehr nette Villen und nette Restaurants.

    Abendessen in Cannes
    Abendessen in Cannes

    Zum Ausklang ging es zurück an die Bucht und wir genossen bei Wein den Anblick vom Boulevard de la Croisette.

    Boulevard de la Croisette
    Boulevard de la Croisette
    GPS Track

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